Wer ist Rolf Abrahamson? – Die Zweitzeugen erzählen seine Geschichte an der Gesamtschule Recklinghausen Suderwich

Es gibt nicht mehr viele Zeitzeugen, die von den Gräueltaten der NS-Diktatur berichten können. Gerade in der heutigen Zeit, geprägt von dem gegenwärtigen Antisemitismus und dem wieder salonfähigen Rassismus, der allzu oft durch die Parteienlandschaft skandiert wird, ist es wichtig, junge Menschen jeder Bildungsschicht dazu zu ermutigen, sich vertieft mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.

Neben Rolf Abrahamson interviewt der Verein Zweitzeugen Überlebende der Shoah und bereiten ihre Geschichten auf verschiedene Weisen auf und tragen sie für die Zeitzeuginnen und -zeugen – als Zweitzeuginnen und -zeugen weiter.

So durften die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs der Gesamtschule Recklinghausen Suderwich mit ihrem Lehrer Matthias Flüß und der Teachfirst Fellow Judith Fetsch die Geschichte von Rolf Abrahamson kennenlernen, der noch heute wenige Kilometer entfernt wohnt. Ein Mann, der und dessen Familie in jungen Jahren von den Nationalsozialisten zum Menschen zweiter Klasse degradiert wurde. Dessen Textilfachgeschäft ausgeraubt und niedergebrannt wurde, dessen Bruder als Kleinkind verhaftet und später diesen Qualen erlag. Rolf Abrahamson wurde selbst in das Konzentrationslager Riga-Kaiserwald deportiert, was nur eine erste Station seines qualvollen Wegs sein sollte.

Die jungen Menschen hörten gespannt und tief berührt den Worten der Zweitzeugin Ksenia Eroshina und Vera Klocke-Eickmann zu. In weiteren Gesprächen konnten sie immer mehr nachvollziehen, welche unsäglichen Verbrechen an Rolf Abrahamson und vielen anderen Verfolgten begangen wurden. Zum Abschluss wurden die Schülerinnen und Schüler gefragt, warum wir uns mit diesen Geschichten beschäftigen.

Arslan Katchibayev (10b) formulierte es sehr treffend: „Weil wir nun die Verantwortung tragen, diese Geschichten weiterzuerzählen und dafür einstehen müssen, dass so etwas nie mehr passieren darf.“

Auf diese Weise werden durch das Projekt immer mehr Menschen zu Zweitzeugen.